Half Girl + Kristy & The Kraks

Half Girl + Kristy & The Kraks Folder

(Friday) September 30, 2016 - 21:00

Zentralcafé im Künstlerhaus (K4) - Königstr. 93 (Map)

20 people attended

5.0/5 (1)

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DESCRIPTION

HALF GIRL
Hey! Ho! Singalong Punk-Rock und 60s Grrl Garage aus Berlin

KRISTY & THE KRAKS
Trash-Rock'n'Roll Queens aus Wien mit Vintage 60s Beat, Exotica, Garage Rock, Girl Group Sound

Aftershow-DJing
60s, Pop-Punk, Trash
Ronny Bauer (Gott & Die Welt, Love Sandwich Orchestra, Monokini, Damenklo Rec.) + eve massacre

Mit Melodien, eingängig und schön wie in den Sechzigern, aber doppelt so schnell und doppelt so hart, erzählen HALF GIRL vom Monströsen und der Schönheit des Normbruchs. Herzergreifend lustiger Sixties Garagenmetal, finster-smarter Singalong Punkrock, Easy Industrial – Rockismus wird gefeiert und dann feierlich gekillt. Alle Kinder der Nacht sind eingeladen, das schwarze Fell zu bürsten, die Goldzähne zu wetzen und HALF GIRL in die Dunkelheit zu folgen. Ihre Musik ist eine Liebeserklärung an Monster, Musik, Fankultur, Frauenbefreiung und nicht zuletzt an die eigene Band. Die Selbststilisierung als Rasselbande wilder Outcasts präzisiert die von Stereo Total geprägte Bauernregel „Die Frau in der Musik stört immer.“ Die Frau in der Musik stört, wenn sie im Rudel auftritt, Zähne zeigt und nicht aufpasst, dass alles schön glattrasiert ist - female-bonding Räuberromantik!

Eine kleine Bandvorstellung: Die Schlagzeugerin Anna-Leena Lutz trommelte bis vor kurzem auch – leiser als ihr Temperament es verlangte – bei DIE HEITERKEIT. Ähnlich ihrem famosen Vater Chris Imler, steht sie für geschmackvoll indezente Garderobe und körperintensive Dreschdynamik. Dann gibt's da noch die Wiener Surfgitarrenheldin Vera Kropf, Kopf der vielleicht wichtigsten Diskurspopgruppe Österreichs, LUISE POP. Ihr Spielstil ist wesentlich für die Garage Rock-Tupfer im Klangbild der Platte verantwortlich. Ihre markante Stimme flirrt im Hintergrund. Nach einem kurzen Zwischenspiel Julia Wiltons von den POPTARTS wurde Gwendolin Tägert als endgültige musterwürdige Nachfolgerin installiert. Kenner kennen sie als Drittel der Berliner Kultcombo MONDO FUMATORE. Dort hat sie dekadenlang immense Wissensschätze über die ideale Zubereitung ultraamerikanischen Indierocks angehäuft. Hören Sie, wie sich quietschend der Truhendeckel öffnet, wenn ihr Plektrum die Seiten kratzt. Auch sie spukt gesanglich freundlich im Hintergrund. Und last but not least ist da noch die kleine tapfere Leadsängerin und löwenanteilige Texterin Julie Miess. Ihre Fledermausaffinität steht natürlich fürs schon lang und breit angedeutete Horror-Geektum. Parallel zu ihrer Musikkarriere arbeitete Miess ausgiebig zum Thema Frauen im Horror und schrieb die Doktorarbeit „Neue Monster: Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen“. Miess ist eigentlich gelernte Bassistin, sie spielte bei BRITTA und JENS FRIEBE. Bei HALF GIRL gab sie den Job ab, um den Kopf zum Singen und die Hände fürs ein oder andere furiose Orgelsolo frei zu haben.

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Die Wiener Trash-Rock'n'Roll-Königin Ana Threat macht bei diesem Duo gemeinsame Sache mit Kate Kristal, die man als Mitglied der Artpunk-Kapelle Dot Dash sowie als Mitbetreiberin des agilen Wiener DIY-Plattenlabels Totally Wired Records kennt. Als Kristy And The Kraks verkörpern die beiden, in identische Outfits gekleidet, mit Frisuren à la Ronnettes und Lidstrich bis zum Horizont, wie frisch einem John Waters Film enstprungen, mit minimal-punkigen Mitteln zu zweit eine ganze Sixties-Girlgroup. Niedlichkeit und Gefährlichkeit konsequent einend, ist der Fußtritt hier nur Sekundenbruchteile vom Augenaufschlag entfernt. Zum Einsatz kommen ein minimalistisches Stehschlagzeug, eine Stromgitarre und zwei Stimmen. Stichwort: Vintage 60s Beat, Exotica, Garage Rock, Girl Groups.

Das Duo fusioniert mit ganz wunderbarem Charme persönliche Vorlieben wie den weiblichen 60er-Jahre-Gesangspop der Shangri-Las einerseits mit dunklen Ray-Ban-Brillen und Lederjacke aus der Garage scheppernden Do-it-yourself-Rock andererseits. Wir hören gerne auf Zucker gepolte Vokalharmonien, die es mit einer gegen den Strich gebürsteten Lo-Fi-Produktion zwischen glühenden Gitarrenmotiven, spröder Akkordarbeit und forschen Holterdiepolter-Drums aufnehmen müssen. Eine Prise Horror hat man sich von The Cramps, selig, ausgeborgt, und Quentin Tarantino würde auch nicht nein zur Coverversion des Surf-Instrumentals Nautiloid Reef sagen.

(Friday) September 30, 2016

Half Girl + Kristy & The Kraks

Zentralcafé im Künstlerhaus (K4) Königstr. 93 Nuremberg, Germany

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