Das Recht auf Stadt und die Pflicht zur Entprovinzialisierung

Das Recht auf Stadt und die Pflicht zur Entprovinzialisierung Folder

(Thursday) December 08, 2016 - 20:00

Zentralcafé im Künstlerhaus (K4) - Königstr. 93 (Map)

56 people attended

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Das „Recht auf Stadt“ und die „Pflicht zur Entprovinzialisierung“
– Eine Querverbindung von Henri Lefebvres Urbanismuskritik zu Theodor W. Adornos Provinzialismuskritik

Vortrag und Diskussion von und mit Claus Baumann (Stuttgart)
Danach Bar DJing von eve massacre (ORCHID)

Eintritt auf Spendenbasis
In Kooperation mit Pension Abgrund

„Stadtluft macht frei“. Der französische Urbanismustheoretiker Henri Lefebvre behauptet, dass dieser mittelalterliche Rechtsspruch auch neuzeitlich noch einen Wahrheitskern besitze. Entsprechend fordert Lefebvre ein „Recht auf Stadt“. Er verbindet damit die Vorstellung eines Rechts nicht marginalisiert und nicht aus dem urbanen Raum verdrängt zu werden. Die Unterscheidung von Urbanität und Provinzialität geht bei Lefebvre weit über die soziologische Beschreibung von städtischem und ländlichem Leben hinaus: für ihn hängen Urbanität und Emanzipation aufs Engste zusammen. Dieser Zusammenhang wird auch von Theodor W. Adorno betont. Mit Blick auf die Bildung zur Mündigkeit spricht sich Adorno sogar für eine „Pflicht zur Entprovinzialisierung“ aus. Denn die Beschränkung von Bildung durch Provinzialität schränke zugleich die Möglichkeit von Emanzipation ein; im Extremfall stoßen sogar „die ländlichen Verhältnisse … ihre Enterbten in die Barbarei“.

In seinem Vortrag beleuchtet Claus Baumann den Zusammenhang von urbanem Leben und emanzipatorischer Bildung. Dabei werden notwendige Selbstorganisationsprozesse marginalisierter Gruppen in städtischen Quartieren aber auch Reprovinzialisierungstendenzen im städtischen Leben kritisch zur Sprache kommen, wie etwa die »Verkiezung« städtischer Bereiche zu sogenannten »Szenevierteln«.

Claus Baumann ist Gesellschaftstheoretiker und umherschweifender Urbanismuskritiker, nebenbei auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Gesellschaftstheorie und Philosophie der Ästhetik. Er hat an diversen Kunst- und Kulturprojekten mitgewirkt und einige Aufsätze zu gesellschaftskritischen Themen veröffentlicht. Des Weiteren ist er Teil des Autorenkollektivs Biene Baumeister Zwi Negator, das einen Beitrag zur situationistischen Revolutionstheorie verfasst hat.

(Thursday) December 08, 2016

Das Recht auf Stadt und die Pflicht zur Entprovinzialisierung

Zentralcafé im Künstlerhaus (K4) Königstr. 93 Nuremberg, Germany

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